Der Vertrag von Maastricht von 1992 ist einer der wichtigsten Verträge in der europäischen Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Nur wenige Verträge haben so viel Einfluss auf das tägliche Leben der Europäer*innen wie der Vertrag von Maastricht. Mit ihm gründeten die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft die Europäische Union und legten die Grundlage für den Euro, der 1999 eingeführt wurde. Darüber hinaus gab der Vertrag von Maastricht dem Europäischen Parlament mehr Mitspracherecht in der europäischen Entscheidungsfindung. Er erweiterte auch die europäische Zusammenarbeit um neue Bereiche wie Migration sowie die Bekämpfung von Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität.
Der Vertrag von Maastricht führte die EU-Bürgerschaft ein. Diese Bürgerschaft ist eine Ergänzung zur nationalen Identität (der niederländischen, belgischen oder deutschen). Sie verleiht den Bürgerinnen und Bürgern der EU-Mitgliedstaaten verschiedene Rechte, wie das Recht, überall in der EU zu arbeiten, zu wohnen und zu studieren.
Der Vertrag von Maastricht erhielt 2018 das Europäische Kulturerbe-Siegel auf Initiative der niederländischen Provinz Limburg.
Nur wenige Verträge haben so viel Einfluss auf das tägliche Leben der Menschen in Europa wie der Vertrag von Maastricht.
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Als Gründungsdokument der Europäischen Union, des Euro und der EU-Bürgerschaft verkörpert der Vertrag von Maastricht die Geschichte und die Werte der EU. Er ist europäisches Kulturerbe in seiner reinsten Form. Es ist auch ein immaterielles Erbe: Es sind die Vereinbarungen und Ideen hinter dem Abkommen, die das Europäische Kulturerbe-Siegel erhalten haben. Aber wie macht man ein abstraktes Thema und seine Geschichte für ein breites Publikum verständlich?
Das ist die Aufgabe des Studio Europa Maastricht, dem Kompetenzzentrum für Europa-bezogene Debatten, Kulturerbe und Forschung der Universität Maastricht. Es sammelt im Auftrag der Provinz Limburg Geschichten und Dokumente von Menschen und Behörden, die an der Entwicklung des Vertrags beteiligt waren. Dazu gehören Diplomat*innen, Ökonom*innen, Banker*innen, Politiker*innen und das Außenministerium. Sie erzählen, warum die EU gegründet, der Euro eingeführt wurde und das Europäische Parlament mehr Einfluss gewonnen hat. Und auf welche Weise diese Entscheidungen das Leben in der EU immer noch beeinflussen.
Alle historischen Informationen über den Vertrag sind im Europa-Archiv Mathieu Segers zu finden. Mathieu Segers war Europa-Experte und Gründer des Archivs. Er verstarb im Jahr 2023. Studio Europa entwickelt mit den Informationen aus dem Archiv verschiedene Bildungsprojekte und Veranstaltungen für ein breites, internationales Publikum. So gestaltete Studio Europa zusammen mit der Provinz Limburg eine Dauerausstellung über den Vertrag im Gouvernement an der Maas (dem Sitz der Regierung der Provinz Limburg). Das Highlight dieser Ausstellung ist eine Kopie des Vertrags. Zusammen mit dem Maastricht Museum hat Studio Europa eine Ausstellung über den spannenden Eurogipfel von 1991, bei dem die zukünftigen EU-Mitgliedstaaten die wichtigsten Entscheidungen über den Vertrag trafen, organisiert.
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Studio Europa Maastricht entwickelt auch Projekte speziell für Jugendliche. Ein Beispiel ist Europa voor en tegen. Dieses Magazin für Jugendliche ab 16 Jahren behandelt die Geschichte der EU und ihre größten Herausforderungen.
Europa voor en tegen oder For and Against Europe als PDF kostenfrei herunterladen.